Tamás Wein2018-12-14T13:16:00+00:00

Die Gemeinde Csopak hat eine der besten Wein- bergslagen in das ungarische Anbaugebiet. Unser Weinberg ist ca. 3 ha. groß und zieht sich von 120 bis in etwa 150 m ü.M. und ist nach Süd-Südosten ausgerichtet. Der Boden besteht aus Roten Sandstein, Kalk und Mergel. Es herrscht ein submediterranes Klima, und so ist das Wetter sehr ausgeglichen. Der große Vorteil der Hanglage besteht in dem, dass der See 40-50% mehr Licht zurückgespiegelt, was schon die Römer sehr geschätzt haben. Das alles trägt bei, das wir hier Weine mit hohem Charakter und mit langer Alterungsfähigkeit hervorbringen können.

Das milde Klima und die sehr unterschiedlichen Bodenformationen bilden ein ideales Terrain für unsere Weinreben. Die konsequente Handarbeit im Rebgarten und der lange Ausbau im Holzfass zahlen sich aus, in dem das unsere Weiß und Rotweine Profil und Charakter zeigen. Somit gehören sie seit Jahren zu den 100 Besten Weine von Ungarn und werden National wie International anerkannt und ausgezeichnet.

Unsere Weine werden ausschließlich in Fässern vergoren und ausgebaut. Die Weißweine werden mindestens 6-9, die Rotweine 9-12 Monate im Holzfass gelagert. Bei der Gärung setzen wir auf die natürlichen Hefen. Außer Schwefel benutzen wir keine andere Chemische Hilfsmittel. Der Wein entwickelt sich auch unter der Einwirkung des Luftsauerstoffs. Dieser dringt in minimalen Quantitäten durch die Poren des Holzes ein und sorgt für chemische Veränderungen bei einigen Komponenten, ohne dass der Wein oxidiert, wie es bei massivem Luftkontakt der Fall wäre. Alles in allem können Weine also durch die Kombination der Einflüsse von Holz und Luft erheblich an Vielschichtigkeit gewinnen, vorausgesetzt, sie bringen von Natur aus genügend eigene Geschmacksstoffe mit.

Ein Geheimtipp. Auch ohne berühmten Namen hat man hier einen vielschichtigen Wein im Glas, der sich mit Vergnügen trinken lässt. Handarbeit, niedrige Erntemengen und schonenden Ausbau sind unser Credo, das Resultat sind köstlichen Tropfen. Wir lehnen den großteil der modernen önologischen Hilfsmittel ab und setzen auf die Beobachtung der natürlichen Gleichgewichtsprozesse des Weinbaus und der Rebe. Das Resultat sind Weine, die nicht dem stromlinienförmigen internationalen Geschmacksbild entsprechen.

Langsame Weine sind mehr als nur „Bio“.

Wer Weine aus biologischem Anbau kauft, glaubt, er würde Biowein kaufen. Den aber gibt es (noch) nicht! Die EU-Ökoverordnung regelt zwar den Anbau der Trauben im Weinberg, doch der Ausbau im Keller unterliegt bislang keinen besonderen gesetzlichen Bestimmungen. An der Kellertreppe endet also für den weitaus größten Teil der Biowinzer das Öko-Engagement. Sie klären ihre Moste scharf vor, vergären in Edelstahl mit sicheren und schnellen Reinzuchthefen, benutzen Eichen-Chips als Holzersatz, schwefeln nach Bedarf, klären ihre Weine mit üblichen Schönungsmitteln und benutzen, wenn es sein muß, Enzyme, Kohle, Filter und andere Hilfsmittel des konventionellen Weinbaus. Ich lege bei „langsamen Weinen“ weit höhere Maßstäbe an die Verarbeitung im Keller an, als sie die meisten „Bio-Weine“ erfüllen. Für mich ist „Bio“ weit mehr als nur chemiefreier Weinberg. „Bio“ im Wein muß vielschichtiger, authentischer und individueller schmecken, als vergleichbar guter konventioneller Wein. Viele langsame Winzer sind zertifiziert oder befinden sich in Umstellung (viele von ihnen auf Biodynamik). Sie unterscheiden sich von konventionellen Biowinzern aber dadurch, daß biologischer Anbau für sie nicht Ziel, sondern zwingende Voraussetzung ist für entsprechend konsequent ökologischen Ausbau im Keller, mit obligater Spontanvergärung und Verzicht auf die üblichen Hilfsmittel moderner Önologie.

Langsame Weine brauchen Luft. Sie erhalten während ihrer Entwicklung ausreichend Luft zum Atmen, das heißt, sie werden nicht unter hermetischem Sauerstoff abschluß gehalten, also nicht „reduktiv“ ausgebaut. Die meisten langsamen Winzer verwenden Holzfässer für den Ausbau der Weine, zum Teil auch für die Gärung, nicht, um Geruch und Geschmack der Weine mit Holzaromen zu parfümieren, sondern um den physikalischen Effekt des Holzes zu nutzen. Langsame Weine kommen deshalb meist aus Holzgebinden.

Langsame Weine brauchen die Freiheit, aus sich selbst heraus ihre von der Natur gegebenen Anlagen zu entwickeln Deshalb ist für „langsame“ Winzer die Vergärung mittels natürlicher wilder Umgebungshefen Grundvoraussetzung. Diese sogenannte „Spontanvergärung“ verläuft nicht nur langsamer und komplexer als Reinzucht-Vergärung, sie führt in Verbindung mit entsprechendem Ausbau auf der verbliebenen Voll- bzw. Feinhefe auch zu einer im Vergleich zu „schnellen Weinen“ schmeckbar anderen Chemie im Wein. Diese äußert sich in der „Textur“, einem räumlich im Mund spürbaren, cremig wirkenden, mundfüllenden Geschmacksgefühl. Langsame Weine verströmen weniger „Duft“, besitzen dafür aber mehr und vor allem vielschichtigere Aromen; sie beweisen wesentlich mehr Frische mit klar akzentuiertem Herkunftscharakter, der sich, je nach Qualitätsniveau, in mehr oder weniger markanter, stets pikant wirksamer Mineralität offenbart, nur in spontan vergorenen langsamen Weinen finden Herkunft und Lage präzisen Ausdruck. Daß langsame Weine haltbarer und entwicklungsfähiger sind als vergleichbare, per Reinzuchthefe vergorene schnelle Weine, sei am Rande erwähnt.

Langsame Winzer ernten von Hand. Sie ernten gesundes Lesegut, das reife und gesunde Trauben für reintönige und komplexe Aromatik liefert, frei von Fehltönen durch faule oder unreife Beeren. Damit ihre Trauben unbeschädigt im Keller ankommen, erfolgt deren Transport in kleinen Behältern. Vor der Kelter werden diese noch einmal sorgfältig ausgelesen.

Langsame Weine können nur auf Böden entstehen, die leben und gesund sind. Sie enthalten also jene natürlichen Nährstoffe, die der Rebe ein funktionierendes Nährstoffgleichgewicht ermöglichen. Das kann nur mit naturnahem, ökologischem oder biodynamischem Anbau funktionieren. Organischer Dünger ist für „langsame Weine“ ebenso Voraussetzung, wie eine Arbeitsweise im Weinberg, die das Bodenleben fördert und die Böden nicht verdichtet. Durch aufwendige Blattwerksarbeit werden Photosynthese und Wasserhaushalt der Rebe gesteuert. Nur Lagen geeigneter Exposition mit entsprechender Wasserversorgung und natürlich vorhandenem Nährstoffgehalt bringen niedrige Erträge, die unmißverständlich Herkunft offenbaren.

Langsame“ Weine sind weder kompliziert noch teuer. „Langsamer Wein“ ist bekömmlich und schmeckt nicht nur nach mehr als er riecht, er ist anspruchsvoller, ist nie bitter, dafür weich, saftig und cremig im Nachklang, verlangt Geduld im Glas und auf der Flasche und setzt die Neugier des Weinfreundes voraus, denn sein ungewohnter Charakter verlangt Offenheit für Neues. „Langsamer“ Wein wird nicht für einen konkreten Markt oder ein bestimmtes Geschmacksbild produziert, sondern reflektiert seine Lagen- und Bodenqualität in geschmacklicher Individualität und kann nur hoffen, daß er seinen Markt findet. „Langsamer“ Wein ist bewußt „entschleunigt“, weshalb er „anders“ ist und „anders“ schmeckt.